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Tradition und Moderne

Raumakustik für das Handwerk, Teil 1: Projekt „BrauereiWirtschaft“
Tradition und Moderne

Am Beispiel der nachträglichen raumakustischen Optimierung einer Brauereigaststätte soll die Vorgehensweise bei der raumakustischen Projektplanung erläutert werden – von der Bestandsaufnahme über die Messung bis hin zur Entwicklung geeigneter Lösungen, welche vom Schreiner praktisch umgesetzt werden können.

Michael Fuchs

Bei der „BrauereiWirtschaft“ in Ehingen-Berg handelt es sich um eine hochwertige, traditionelle und schwäbische Wirtschaft mit angegliederter Brauerei. Die Tradition reicht zurück bis ins Jahr 1466, als dem Wirtshaus das Recht zum Brauen zugesprochen wurde. Seit 1757 und somit seit acht Generationen ist das Unternehmen im Familienbesitz der Familie Zimmermann. In ungezwungener und stilvoller Atmosphäre können dort gemütliche Stunden erlebt werden. Gerade der Gastraum mit Saal bietet ein hochwertiges, offenes und gemütliches Ambiente. Die Räume laden zum Verweilen ein und bieten sich an für Veranstaltungen und Events unterschiedlichster Art.

Raumakustische Bestandserfassung

Wie in Ausbauprojekten üblich, erfolgt der Projektstart durch eine Bestandserfassung. Dies gilt auch für die Raumakustik, sozusagen durch ein „raumakustisches Aufmaß“. Maßgebliche Kennwerte sind vor allem die Nachhallzeit sowie die grundsätzlichen Maße zur Raumgeometrie. Die Ermittlung erfolgte messtechnisch durch ein entsprechend hochwertiges Equipment. Der Raum wurde über eine Vielzahl von Mikrofon- und Lautsprecherpositionen eingemessen und daraus je Raum eine mittlere, frequenzabhängige Nachhallzeit bestimmt. Das Ergebnis der Messung erlaubt bereits erste Rückschlüsse auf die raumakustische Qualität. So können z. B. Schwankungen innerhalb des Frequenzbereichs interpretiert oder auch störende Reflexionen, wie z. B. Flatterechos, festgestellt werden.

Nutzung definieren

Um die Ergebnisse der Messung vollständig zu bewerten und vor allem, um den Bedarf der zielführenden Maßnahmen im Detail zu bestimmen, ist die Nutzung der untersuchten Räume ausschlaggebend. So hat beispielsweise ein Raum für unverstärkte musikalische Vorführungen andere Anforderungen als ein Raum, in dem der Fokus zum Beispiel auf der Lärmreduktion und einer guten Aufenthaltsqualität liegt.

Die Nutzung sowie weitere Rauminformationen, z. B. dessen Größe und/oder Raumhöhe, erlauben die Ableitung des raumakustischen Niveaus. Hier ist offene Kommunikation und Abstimmung mit dem Betreiber ebenso wichtig wie die Zuhilfenahme von einschlägigen Regelwerken, z. B. der DIN 18041:2016.

Abgleich – Bedarfsbestimmung

Der Abgleich der Messergebnisse mit dem Nutzungsniveau ist somit die Basis für eine zielführende Bedarfsermittlung. Diese erfolgt in der Regel durch professionelle Software und bedarf darüber hinaus profunden Fachwissens und der Erfahrung des durchführenden Planers. Dieser beschreibt die wesentlichen Maßnahmen und Erkenntnisse in einer Expertise. Sie enthält neben der reinen Mengenermittlung von z. B. Schallabsorbern ebenso die Bestimmung des frequenzabhängigen Schallabsorptionsgrades sowie Informationen zur passenden Positionierung der gewählten Elemente im Raum.

Ausblick: In BM 09/2020 erfahren Sie, wie das Projekt raumakustisch optimiert wurde. Dabei erhalten Sie einen Einblick in die verwendeten Produkte, deren Materialien, die Fertigung sowie die Montage durch einen Schreinerfachbetrieb.


Der Autor

Michael Fuchs ist Schreiner, Dipl.-Ing. (FH), M.BP., Bauphysiker und Geschäftsführer der Fuchs – Raumingenieure GmbH mit Spezialisierung auf die Bau- und Raumakustik im Ausbau sowie die Objekt- und Büroeinrichtung.

www.raumingenieur.de

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