Beispielhafte Arbeitsplatzgestaltung

Schlau muss man sein

Wenn heute die Arbeitswelt – auch die des Hand-werkers – in hohem Maße durch Maschinen geprägt wird, dann dürfen die Erkenntnisse der Ergonomie hier nicht unberücksichtigt bleiben. Und so müssen gerade die „Arbeitsbedingungen“ an Maschinen den Bedürfnissen des Menschen angepasst werden – und nicht umgekehrt! Beispiele aus der Meisterschule Ebern zeigen Problemlösungen.

Für jeden Menschen ist es angenehmer, seine Leistung an einem hellen, farblich gestaltet und dem Körper angepassten Arbeitsplatz zu erbringen. Und es ist wirtschaftlicher. Einzelne Arbeitsbereiche oder sogar einzelne Arbeitsplätze sind an der Meisterschule Ebern überdacht, neu geplant und verwirklicht worden. Vorgestellt werden die Arbeitsbereiche Format-Kreissäge, Tischfräsmaschine, Ständer-Bohrmaschine und Holzlagerung.

Die Lösungen sollen anregen, nicht alle Zustände als gegeben hinzunehmen, sondern mit kritischem Blick durch die eigene Werkstatt zu gehen.
Die Werkzeugablage stellt in vielen Schreinereien oft eine „abenteuerliche“ kostenträchtige Notlösung dar, die der Prüfung und Optimierung bedarf.
Mit der Frage: „Wie viele und welche Sägeblätter benutzen Sie wirklich regelmäßig an Ihrer Format-Kreissäge?“ in mehr als 50 Betrieben der Meisterschüler, wurden Zahl und Größe der benötigten Fächer ermittelt. Vier bis sechs Sägeblätter werden benötigt. Im Durchschnitt betrug der Abstand des Aufbewahrungsortes zur Maschine betrug 4,5 m – welch Zeitverschwendung bei fünf bis zehn Wechseln pro Tag.
Abb. 1: Ein „Sägeblatt-Spender“ kann griffgünstig, unter die Tischverlängerung unmittelbar neben dem Ständer der Format-Kreissäge, montiert werden: Auf Druck gegen das Tablett schiebt sich das Sägeblatt dem Benutzer entgegen.
Eine Alternativlösung mit vertikaler Befestigung zeigt die Abb. 2 Das Tablett kann auch als Ablage während des Wechselns dienen. Die scharfen Zähne bekommen keinen schädlichen Metallkontakt, es muss keine „Zulage“ gesucht werden.
Markierungen auf dem Boden sind sinnvoll, um Platz für Zwischenlager, Restholzbehälter, Abfalleimer zu definieren (Abb. 3).
Die Regalböcke im Holzlager (Abb. 4) wurden auf Schwerlast-Rollen montiert. Die so entstandenen Schiebe-Regale halten, einmal gut ausgerichtet, unter Last einwandfrei die Spur; d. h., dass nicht einmal Schienen im oder auf dem Boden für leichten Geradeauslauf nötig sind. Die vorhandene Fläche reicht nun für mehr Regalböcke, weil durch Zusammenschieben immer da der Platz ist, wo er gerade benötigt wird … und, dass für leichtes Schieben auf restefreien Boden geachtet werden muss, ist sicher kein Nachteil.
Die T-förmigen Aufsatzstücke erleichtern das Umstapeln, weil sie eine gute Ablagefläche in angenehmer Höhe bieten.
Im Reste-Wagen (Abb. 5) sollen auf den treppenförmig angeordneten Holzrosten – Späne fallen durch – die Hölzer nach der Vorgabe der Wangen-Länge in der richtigen Etage abgelegt werden, um nach Länge zu sortieren. Aber wie das Foto zeigt, nutzen die „besten“ Hilfsmittel nichts, wenn sie nicht mit Verstand genutzt werden.
Fahrbar ist auch dieser Wagen, weil er sich so direkt neben die „Schnittstelle“ schieben lässt und das „Zwischenlagern“ der Reste vermeidet.
An der Tischfräse sind vier Problem-Bereiche in den Griff zu bekommen: Werkzeugwechsel, Unterbringung der Werkzeuge und Hilfsmittel, Vorschubapparat.
Die Fülle unmöglicher Varianten der Praxis erscheint unbegrenzt; doch bestgestaltete Arbeitsplätze sind kaum einmal zu finden. Dabei ist die Tischfräse einer der meist benutzten Arbeitsplätze und besonders vielseitig nutzbar. Entsprechend viel Zeit kann durch mangelhaft vorbereitetes Rüsten vertan werden.
Abb.6: Für den klassischen Werkzeug-Wechsel braucht der Schreiner lediglich den Schlüssel für die Spindel-Mutter und die Zwischenringe (wo liegen sie nicht allenthalben herum?), zum Wechsel der Verschleißstücke der Anschlag-Backen einen Inbusschlüssel: Hier sind alle Teile auf einem handlichen Brett untergebracht, das zum Werkzeugwechsel neben den Fräsdorn gestellt wird, und sonst hinter dem Anschlag „parkt“.
Die alternative Lösung zeigt Abb. 7: Zwei schwenkbare Schubladen, befestigt an der Säule des Bedienpultes. Sie nehmen auch noch die Messuhr und die Tischeinlage-Ringe auf.
Vor allem für sperrige Teile (oder seltener benötigte Zubehörteile) kann die fahrbare Wand, die zweiseitig zu bestücken ist, die günstige Unterbringung bieten. Damit auch „Nicht-Eingeweihten“ klar ist, was wo hingehört, werden die Teile mit einem Stift umrandet – eine Möglichkeit, die viele Worte spart.
Besser als die HPL-beschichtete Fläche, bei der jede Änderung der Bestückung hässliche „Narben“ hinterlässt, wäre eine entsprechende Lochplatte mit angepassten Halterungen (Abb.8).
Die Vorsatz-Bretter werden in eine Halterung – seitlich, hinten – an der Tischfräse gestellt. Damit keine Dreckecke entsteht, ist der Boden ein Stück Kellerfenster-Rost (Abb. 9).
Die Optimierung dieser bewusst kleinen Ständerbohrmaschine (Abb. 10) mit elektronischer Drehzahlregelung beginnt mit der angepassten Arbeitshöhe, einer für viele Arbeiten günstigen Größe der Arbeitsfläche, die eine einfach erneuerbare Einlage im Bohrerbereich hat. Die verschiebbare Anschlagschiene mit feststellbaren Anschlägen (beides Normteile) macht die Maschine für viele Arbeiten rasch einsatzbereit. Die Schnittstellenbeleuchtung und der Sauger werden mit der Maschine eingeschaltet – und so „zwangsläufig“ benutzt; für das gerade an dieser Stelle immer wieder nötige Ausblasen ist eine flexible Blaspistole fest installiert
Der farblich gestaltete Schubkasten-Block (Abb. 11) enthält alle benötigten Bohrer, Verbindungsmittel und Hilfsgeräte – entsprechend abnehmender Benutzungshäufigkeit von oben nach unten geordnet. Wichtig ist, dass der Kasten griffgünstig rechts von der Arbeitsposition angeordnet ist und den Fußraum vor der Maschine frei lässt o

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