Innenausbau eines Wohnhauses im oberbayrischen Aiterbach. Klar strukturiert - BM online
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Klar strukturiert

Innenausbau eines Wohnhauses im oberbayrischen Aiterbach
Klar strukturiert

Lebhaft gezeichneter Sichtbeton, reduziert gestaltete, weiße Einbauten und ein warmer Bodenbelag aus Holz – wenige Materialien kennzeichnen das streng gestaltete Wohnhaus im Inneren wie auch im Äußeren. Diese Stringenz setzt sich auch im von der Freisinger Schreinerei design.s um Richard Stanzel ausgeführten Innenausbau konsequent fort.

BM-Redakteur Heinz Fink

Mit seiner streng reduzierten, an gestapelte Quader erinnernden Form und mehr noch durch seinen exzessiven Einsatz von Sichtbeton, sticht es heraus aus der ortsüblichen Wohnbebauung seiner oberbayrischen Heimat. Doch nicht nur äußerlich fällt das innovative, von KPT Architekten aus Freising entworfene Wohnhaus auf, es hat es im wahrsten Sinne des Wortes auch „in sich“. Denn die Gebäudehülle besteht aus sogenanntem Infraleichtbeton, einem tragenden Beton mit einer Dichte von nur 800 kg/m3, der durch seine leichten Zuschlagstoffe wie Blähton oder -glas ohne weitere Dämmung auskommt und dennoch innen wie außen Sichtbetonqualität erreicht. Der ebenfalls reduziert gestaltete, durch die Schreinerei design.s von Richard Stanzel aus Pulling bei Freising realisierte Innenausbau bildet mit seinen glatten, weißen Flächen einen feinen Kontrast zu den lebhaft gezeichneten Wandflächen aus rauem Sichtbeton.

Fein gestapelt

Das zweistöckige, in den leicht ansteigenden Hang eingeschobene Wohnhaus wird über das mit schwarz gebrannter, vertikaler Holzschalung in Lärche verkleidete Sockelgeschoss erschlossen. Die vom Innenausbauer gefertigte und außen mit Messing belegte Haustür sticht aus der ebenfalls schwarzen Laibung aus Stahlblech heraus. Als Griff dient außen eine in der Fläche zurückgesetzte, vertikale Fuge, innen, auf der weiß lackierten Fläche eine schwarz beschichtete und flächenbündig eingelassene Drückergarnitur (FSB).

Zur Wand bündige und stumpf einliegende, verdeckt an Tectusbändern angeschlagene Zimmertüren führen im Untergeschoss zu zwei Kinderzimmern und weiteren Kellerräumen. Ein gut 6 m langer, vom Schreiner gefertigter Einbauschrank im Flur bietet hinter seinen, mit weißem, matten Schichtstoff (Fenix) belegten Drehtüren reichlich Stauraum.

Fließende Raumstrukturen

Über die mit Eiche belegte, geradläufige Treppe erreicht man das Obergeschoss und damit den offenen Wohn- und Essraum des Wohnhauses. Eine geschossbreite Fensterfront öffnet hier, über eine mit Holz belegte Terrasse hinweg den Raum zum Garten hin.

Kommunikatives Zentrum

Der Küchenbereich wird durch einen 3,00 m langen und gut 90 cm tiefen, frei stehenden Küchenblock geprägt. In seine Arbeitsplatte aus 12 mm starker, schwarzer Vollkernplatte (Fenix) ist ein Kochfeld mit integrierter Unterflurabsaugung (Bora) integriert. Die Unterschränke mit ihren deckend weiß lackierten Fronten bieten in Schubkästen und Auszügen (Blum Movento) reichlich Stauraum.

Die raumhohen Fronten der dahinter liegenden Hochschrankzeile sind ohne Passblenden, lediglich durch schmale Schattenfugen von Decke und Boden getrennt, abgesetzt. Zwei Hochschränke links und rechts der Kochnische nehmen den Kühl- und Vorratsschrank auf. Durch eine seitliche, vertikale Grifffuge lassen sich diese ohne sichtbare Griffe öffnen. Die Fronten der dazwischen liegenden Kochnische dagegen erhielten kantige Stangengriffe aus schwarz pulverbeschichtetem Stahl und lassen sich so bequem bedienen. Arbeitsplatte und Nischenrückwand sind analog zur Kochinsel mit einer Vollkernplatte belegt.

Aus einem Guss

Die Kücheneinbauten setzen sich im anschließenden Flur in raumhohen, Weiß lackierten Wandverkleidungen fort, in die wiederum flächenbündig die Türen zum Bad und Hauswirtschaftraum integriert sind. Gegenüberliegend bieten in eine Raumnische eingepasste, raumhohe Schränke weiteren Stauraum. Der Durchgang zum Elternschlafzimmer mit ebenfalls großzügiger Fensterfront kann bei Bedarf durch eine raumhohe, in die Wand hinter dem Kopfende des Bettes laufende Schiebetür verschlossen werden. Die Laufschiene des Beschlages (Hawa) ist dabei in die abgehängte Decke integriert. Eine weitere Schiebetür verschließt den Durchgang vom Schlafzimmer zum begehbaren Schrank. Ein gut 5,40 m breiter und raumhoch eingepasster Kleiderschrank bietet zusammen mit einem gegenüberliegenden, flacheren Einbau auch hier reichlich Platz zur Aufbewahrung von hängender und zusammengelegter Kleidung und Anderem.

Schlagkräftiges Team

1989 von Richard Stanzel gegründet, hat sich design.s von der ehemaligen Einmannschreinerei zu einem leistungsstarken Handwerksbetrieb mit inzwischen 27 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern entwickelt. Seit 2010 entstehen in einem modernen, mit zahlreichen Architekturpreisen ausgezeichneten Fertigungsgebäude in Pulling bei Freising hochwertige Innenausbauten für Privat- und Geschäftskunden. Im Jahr 2018 um einen modernen Ausstellungs- und Bürotrakt erweitert, sind jetzt Wohnstudio, Planung und Werkstatt am selben Ort vereint. Auch in der Ausbildung des Schreinernachwuchses ist Richard Stanzel, der auch stellvertretender Obermeister der Schreinerinnung Freising und Mitglied im Meisterprüfungsausschuss Oberbayern ist, engagiert. Zahlreiche seiner Auszubildenden haben in den vergangenen Jahren Preise beim renommierten Gestaltungswettbewerb „Die Gute Form“ auf Innungs-, Landes- und Bundesebene errungen.


Objektbeteiligte

Architektur

KPT Architekten

85356 Freising

www.kpt-architekten.de

Innenausbau

design.s

85354 Freising-Pulling

www.design-s.de

Parkett

Thomas Bauer

84104 Rudelshausen

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