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Wenn die Flut der Weihnachtspost verebbt ist, können Sie bei Ihren Geschäftspartnern mehr Aufmerksamkeit erlangen.
Foto: Mohamad Razi Bin Husin, 123rf
Schreiben Sie später als üblich und blicken Sie nach vorne statt zurück

Der Neujahrsbrief

Es bedarf einiger Mühe, die Beziehung zu Kunden und anderen Geschäftspartnern mit Weihnachtsgrüßen zu stärken. Die meisten Weihnachtsbotschaften versinken in der Beliebigkeit. Eine Alternative kann der Neujahrsbrief sein.

„Jeder Neujahrsbrief garantiert Aufmerksamkeit, weil er seinen großen Auftritt erst hat, nachdem die Flut der Weihnachtspost verebbt ist“, so Sylke Schröder, Inhaberin des Briefstudios. Der Schwung des Jahreswechsels ist noch spürbar, die guten Vorsätze sind noch präsent. Gerade für innovative Unternehmen, die sich immer wieder neu erfinden, seien Neujahrsgrüße Pflicht. Doch auch für andere Betriebe haben sie viele Vorteile: „Das neue Jahr zwingt den Verfasser, nach vorn zu blicken und eine unverzagte Haltung einzunehmen“, meint die Briefexpertin.

Anlässe und Aufhänger: Spannung erzeugen

Sie empfiehlt, einen thematischen Aufhänger für den Brief zu entwickeln. Das kann ein bevorstehender Meilenstein sein, zum Beispiel ein Jubiläum, die Einweihung eines neuen Gebäudes oder ein Wechsel in der Geschäftsführung. In diesen Fällen bietet der Neujahrsbrief eine Steilvorlage, um die Empfänger auf das Kommende einzustimmen.

Auch ohne bedeutsames Ereignis lässt sich ein Spannungsbogen aufbauen. Hilfreich kann ein geistreiches Zitat sein, aus dem sich der Text entwickelt. Doch müsse der Brief die Marke stärken und darf sie nicht verwässern. Große Wirkung habe ein Neujahrsbrief, wenn der Absender etwas Unerwartetes ankündigt. Belebend wirke er auf jede Beziehung, wenn er eine konkrete Erwartung äußert. Nach einer durchlebten Krise kann der Neujahrsbrief ein Signal für einen Aufbruch sein.

Sprache: Kraftvolle Worte statt Stereotypen

Der Briefeschreiber stärkt die Marke nur, wenn er einen Bezug zu seinem Unternehmen herstellt. Nicht immer müssen es Produkte sein. „Ein Option ist es, einen Wert der Firmenphilosophie aufzugreifen“, verrät Sylke Schröder. Dieser kann philosophisch erörtert werden oder die eigene Haltung ausdrücken. Sogenannte Alphawörter wirken dabei als Verstärker. So kann der Verfasser zum Beispiel Bodenständigkeit betonen, ohne das Wort zu benutzen. Stattdessen gebraucht er Wörter, die die gleiche Stimmung erzeugen: ursprünglich, Heimat, verwurzelt, Verbundenheit, zu Hause, verwachsen, ländlich, gediegen usw. Wer seinen Neujahrsgruß mit einer Vertriebsabsicht verbindet, braucht übrigens ein glückliches Händchen beim Formulieren – sonst könnte die Botschaft schnell als billige Werbung wahrgenommen werden. (nr)


Die Autorin

Sylke Schröder, Inhaberin des Briefstudios, schreibt im Kundenauftrag wichtige Einzelbriefe und überarbeitet Vorlagen. Dabei geht es ihr immer um Glaubwürdigkeit.

www.briefstudio.de