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Nachweis erforderlich

Neue Steuer-Spielregeln für Betriebsfahrzeuge
Nachweis erforderlich

Selbstständige müssen dem Finanzamt den Umfang der betrieblichen Nutzung ihrer betrieblichen Fahrzeuge nachweisen – rückwirkend seit dem 1.1.2006. Wenn keine plausiblen Nachweise für die mehr als 50-prozentige betriebliche Nutzung vorliegen, hat das steuerlich unangenehme Folgen.

Unternehmer müssen dem Finanzamt im Jahr 2006 nachweisen, dass sie ihren betrieblichen Pkw zu mehr als 50 Prozent betrieblich nutzen. Wird diese 50-Prozent-Hürde nicht überschritten oder kann ein Selbstständiger dem Finanzamt schlichtweg keine plausiblen Nachweise für die mehr als 50-prozentige betriebliche Nutzung vorlegen, hat das steuerlich unangenehme Folgen. Das Finanzamt besteuert die Privatnutzung in diesen Fällen nämlich nicht mehr nach der günstigen 1-Prozent-Regelung, sondern schätzt diese prozentual anhand der gesamten Fahrzeugkosten.

Beispiel: Ein selbstständiger Möbelschreiner nutzt seinen Betriebs-Pkw mit einem Listenpreis von 20 000 Euro zu 51 Prozent betrieblich. Das belegen seine Aufzeichnungen. Im Jahr 2006 verursacht dieser Pkw-Ausgaben von knapp 10 000 Euro. Das Finanzamt rechnet dem Gewinn bei Nachweis der mehr als 50-prozentigen betrieblichen Verwendung für die Privatnutzung nach der 1-Prozent-Regelung 2 400 Euro plus Umsatzsteuer hinzu (1 Prozent von 20 000 Euro = 200 Euro x 12 Monate). Hätte der Handwerker keine Aufzeichnungen geführt, würde das Finanzamt eine private Nutzung von 50 Prozent unterstellen und dem Gewinn 5 000 Euro plus Umsatzsteuer aufschlagen (50 Prozent von 10 000 Euro Fahrzeugkosten).
Nachweis der Nutzung
Um steuerlich nicht deutlich schlechter gestellt zu werden als bisher, sollten Selbstständige also unbedingt Aufzeichnungen über die Nutzung ihrer betrieblichen Fahrzeuge führen. In einem aktuellen Schreiben des Bundesfinanzministeriums steht zwar schwarz auf weiß, dass bei Handwerkern des Bau- und Baunebengewerbes automatisch die Überschreitung der betrieblichen 50-Prozent-Grenze unterstellt wird (BMF, Schreiben v. 7.7.2006, Az. IV B 2 – S 2177 – 44/06/IV A 5 – S 7206 – 7/06). In der Praxis dürfte diese Regelung jedoch in vielen Betrieben zu Konfrontationen mit dem Finanzamt führen. Die Auslegung, wann ein Handwerker nämlich ausschließlich auf sein betriebliches Fahrzeug angewiesen ist und wann nicht, wird nämlich jeder Bearbeiter des Finanzamts individuell beurteilen.
Tipp: Aus diesem Grund ist es trotz dieser Regelung in den letzten Monaten des Jahres 2006 empfehlenswert, Aufzeichnungen über die betrieblichen Fahrten zu führen.
Das Finanzamt erwartet bei dem Nachweis der mehr als 50-prozentigen betrieblichen Nutzung übrigens kein Fahrtenbuch. Es genügt, wenn Selbstständige den Nachweis durch Eintragungen in einem Terminkalender, durch Daten einer Reisekostenabrechnung oder durch die Abrechnung der gefahrenen Kilometer gegenüber Kunden erbringen.
Besonders interessant ist auch der Hinweis in dem aktuellen Schreiben des Bundesfinanzministeriums, das die Fahrten zwischen Wohnung und Betrieb als betriebliche Fahrten einstuft. Für selbstständige Bau- und Möbelschreinern, die einen weiten Weg zur Arbeit zurücklegen, ist das bereits die halbe Miete, um ihre ausschließlich betriebliche Nutzung nachweisen zu können.
Abgespecktes Fahrtenbuch
Wer nicht das ganze Jahr mit diesen lästigen Aufzeichnungen konfrontiert werden möchte, kann auch einen anderen Weg wählen. Das Finanzamt akzeptiert als Nachweis auch ein abgespecktes Fahrtenbuch für einen repräsentativen Zeitraum von drei Monaten. Abgespeckt deswegen, weil lediglich die betrieblichen Fahrten mit Grund und Kilometerstand am Anfang und zu Beginn aufzuzeichnen sind. Die betrieblich gefahrenen Kilometer in diesem Dreimonatszeitraum gelten auch für die restlichen Monate des Jahres.
Gilt auch für die Zukunft
Einmal das Finanzamt überzeugt, muss der Nachweis der betrieblichen Pkw-Nutzung eigentlich nicht ein zweites Mal erbracht werden. Nur bei einer wesentlichen Veränderung der Verhältnisse müsste dem Finanzamt der Nachweis erneut vorgelegt werden.
Eine wesentliche Änderung könnte nach dem BMF-Schreiben vom 7. Juli 2006 beispielsweise vorliegen, wenn ein Handwerker die Fahrzeugklasse ändert. Denkbar ist ein erneuter Nachweis jedoch auch dann, wenn ein Handwerker privat umzieht und die Entfernung zwischen Wohnung und Betrieb deutlich geringer wird.
Firmenwagen der Mitarbeiter
Für Fahrzeuge, die ein Unternehmer seinen Mitarbeitern auch zur privaten Nutzung überlässt, gilt die 50-Prozent-Hürde übrigens automatisch als überschritten. Die gesamten Kosten für diesen Firmenwagen dürfen deshalb Gewinn mindernd verbucht werden. Bei der Versteuerung des geldwerten Vorteils beim Arbeitslohn des Mitarbeiters bleibt es unabhängig vom Umfang der privaten Nutzung bei der 1-Prozent-Regelung.
Für Unternehmer, die schon längere Zeit damit liebäugeln, ihren Ehegatten als Mitarbeiter in der Firma anzustellen, ist jetzt der beste Zeitpunkt gekommen. Wird dem mitarbeitenden Ehegatten nämlich ein Firmenwagen überlassen, bleibt der Vorteil der 1-Prozent-Regelung wenigstens in der Familie.
Zur Frage, wie der betriebliche Nutzungsanteil zu ermitteln ist, hat das Bundesfinanzministerium ein Erläuterungsschreiben vorgelegt. www.bundesfinanzministerium.de. Stichwort: Kraftfahrzeugnutzung. ■

Benzin-Gutschein für Mitarbeiter

Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte

Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte sind ab dem Jahr 2007 nach Ansicht der Bundesregierung Privat-Vergnügen. Ein Werbungskostenabzug kommt nur für Fahrten ab dem 21. Entfernungskilometer in Frage.
Im Rahmen dieser Neuregelung finden sich in der Begründung der Bundesregierung zudem folgende Aussagen:
  • Reparaturkosten für Unfälle auf dem Arbeitsweg sollen ab 2007 ebenfalls nicht mehr berücksichtigt werden.
  • Tatsächliche Kosten für öffentliche Verkehrsmittel dürfen nicht mehr berücksichtigt werden. Auch hier gilt, dass sich nur die Entfernungspauschale ab dem 21. Kilometer Steuer mindernd auswirken darf.
  • Die Sonderregelung für behinderte Menschen, nämlich die Abzugsmöglichkeit der tatsächlichen Aufwendungen für die Gesamtwegstrecke, wurde beibehalten.
Bei einem Arbeitsweg von 15 Kilometern, geschätzten 220 Arbeitstagen und einem zu versteuernden Einkommen von 48 000 Euro müssen Arbeitnehmer und Unternehmer im Jahr 2007 mit einer steuerlichen Mehrbelastung von etwa 400 Euro pro Jahr rechnen.
Praxis-Tipp: Arbeitgeber könnten jedoch ihren Mitarbeitern eine besondere Freude bereiten: Der Arbeitgeber darf nämlich jedem Arbeitnehmer monatlich einen Tankgutschein im Wert von 44 Euro steuer- und abgabenfrei überlassen.
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